Margaret Thatcher: Ding, Dong! The Witch Is Dead.

Margaret Thatcher ist tot – Das musikalische Gedenken

Land Of Hope And Glory
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11,5 Mio. Kosten für die Beerdigung der eisernen Lady. Da kommt Freude auf bei all jenen, die unter den massiven Kürzungen sozialer Ausgaben und der Förderung eines zügellosen Kapitalismus gelitten haben.

Rockpalast 1980: Die Bluesband  spielt „Maggies Farm“ – „I ain’t gonna work on Maggie’s farm no more“ – eine Kontrafaktur eines Bob Dylans Song. Kein Politiker hat wohl die Musik- (Kunst-)szene so gegen sich aufgebracht wie Maggie Thatcher. Die Bluesband war mit ihrem Beitrag da aber eher harmlos. „Ding, Dong! The Witch Is Dead“, ein umfunktionierter Song von Klaus Nomi aus dem Jahr 1982 aus dem Musical „Der Zauberer von Oz“ ist da schon heftiger und landete in dieser Woche auf Platz 2 der UK Single-Charts. Auch ein Aspekt von Nachhaltigkeit.

Aber das ist noch lange nicht alles. Dem eher unverdächtigen Sir Elton John – „Commander of the Order of the British Empire“ und „Knight Bachelor“ – haben wir das Lied „Merry Christmas Maggie Thatcher“ (2005?) zu verdanken. Wer jetzt an Lady Di und „Candle in the Wind“ denkt, der irrt gewaltig. Kein „Goodbye England’s rose may you ever grow in our hearts“, sondern ein derbes „We all celebrate today, ‚Cause it’s one day closer to your death“.

Den Tod von Maggie Thatcher haben sich aber auch viele andere Kollegen sehnlichst gewünscht. Von Morrissey stammt der Song „Margaret on the Guillotine“ (1988). Er fragt zunächst „When will you die?“ und fordert dann doch recht konkret „Please die“ und „Make the dream real“. Elvis Castello versprach 1989 in „Tramp the Dirt Down“ ein braver Junge zu sein, weil er lange genug leben möchte, um den Dreck auf Thatcher’s Grab niederzutrampeln: „I’ll stand on your grave and tramp the dirt down“. Und Roger Waters bzw. Pink Floyd verfrachten Margaret Thatcher in „The Fletcher Memorial Home“ (1983) in ein Heim für Tyrannen. Am Ende steht die Frage, ob alle schon „drin“ sind, damit man die „Endlösung“ (dieses Wort möchte man eigentlich nicht schreiben) anwenden könne: „Now the final solution can be applied“.

Margaret Thatcher: Ding, Dong! The Witch Is Dead.
Margaret Thatcher: Ding, Dong! The Witch Is Dead.

Und weiter geht es mit Pete Wylie, einem Punk aus Liverpool. Sein Song „The Day that Margaret Thatcher Dies“ (2008) beginnt und schließt mit einer fingierten Radiomeldung über den Tod Margarets Thatcher’s. In der Mitte des Songs klingt das dann fast wie bei den Ramones mit dem „Hey, Hou, Here we go, … She’s gone! And nobody cried!“ Gleicher Titel, aber anderer Interpret: die Indie-Rock-Band Hefner aus Liverpool (2000): „We will laugh the day that Thatcher dies, Even though we know it’s not right, We will dance and sing all night“. Am Ende des Stückes referieren Hefner auf Klaus Nomi’s „Ding, Dong! The Witch Is Dead“

Nachfolgend noch zwei Soundcloud-Rips:

„Programa 5a1: RIP Margaret Thatcher“ von Senise aus Brasilien mit folgenden Tracks:
  • The Blues Band – Maggie’s Farm
  • The Larks – Maggie Maggie Maggie (Out Out Out)
  • Morrissey – Margaret On The Guillotine
  • Elton John – Merry Christmas Maggie Thatcher
  • Pete Wylie – The Day that Margaret Thatcher Dies

 

„maggie thatcher mix“ von nethudabezdobra aus Russland mit folgenden Tracks (Achtung: Punk!)
  • Thatcher On Acid – Our Gods Are Falling Down
  • The Exploited – Maggie
  • Anti-Pasti – No Government
  • Conflict – Neither Is This
  • Angelic Upstarts – Woman In Disguise
  • Rage Against The Machine – Maggie’s Farm
  • Public Enemy – Prophets Of Rage
  • Chumbawamba – Fitzwilliam
  • Kitchens of Distinction – Margaret’s Injection
  • The English Beat – Stand Down Margaret
  • UB40 – Madam Medusa

 

„Viel Feind, viel Ehr“ könnte man sagen – wenn man es nicht besser wüsste.

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