Abwechslungsreich instrumentiert, mal sphärisch elektronisch, mal treibend rockig. Das vierte Dirtmusic-Album Lion City entstammt den gleichen Bamako-Sessions aus 2012 wie das bereits 2013 veröffentlichte Troubles.Lion City ist aber stärker geprägt von den Einflüssen der verschiedenen Musiker, die bei diesen Sessions mitgewirkt haben.
Nichts von euch auf Erden von Reinhard Jirgl – ein faszinierender, grandioser Science-Fiction-Endzeit-Roman, ein vielschichtiger Plot in eigener Orthographie, aber keine leichte Kost. Jirgl erzählt in unvergesslichen Bildern von Gier und Gewalt, Unterdrückung und Krieg, Leben und Tod in den vom Menschen geschaffenen Lebenswelten des 25. Jahrhunderts.
Der Start der „Everlasting Pleasure Tour 2014“ ist gelungen. Jamaram boten wieder einmal eine überzeugende Show mit einer bunten Mischung aus Reggae, Latin, Dub und Balkan Beats. Das Konzert im Nürnberger Lux war zudem die CD Release Party für den Sampler „Almost Hits“. Präsentiert wurden aber auch viele neue Stücke, die erst im kommenden Jahr auf CD erscheinen werden.
Soutak, das neue Album von Aziza Brahim, erschienen im Februar 2014, ist ein weiteres aktuelles Stück afrikanischer Exilmusik. Tamikrest flohen aus Mali und nahmen ihr letztes Album Chatma (September 2013) ebenso im Exil auf wie Tinariwen ihr neues Album Emmaar (Februar 2014).
Ginger Baker in der Kofferfabrik Fürth am 2014-02-09
Ginger Baker, der legendäre Schlagzeuger (Alexis Korner’s Blues Incorporated, Graham Bond Organisation, Cream, Blind Faith, Ginger Baker’s Air Force, Baker Gurvitz Army, Fela Kuti, Hawkwind, Masters of Reality, The Ginger Baker Trio, Ginger Baker and the Denver Jazz Quartet) inzwischen 73 Jahre alt, gab zwei Konzerte mit der Formation Ginger Baker’s Jazz Confusion in der Kofferfabrik in Fürth. Beide Abende (08. und 09. Februar 2014) waren ausverkauft und eng war es nicht nur für die Zuschauer. Die Bühne bot kaum genug Platz für die Schlagwerke. War das nun eine Zumutung für die Musiker, die früher sicherlich Besseres gewohnt waren? Oder wie lässen sich die griesgrmämigen Gesichter von Ginger Baker und Pee Wee Ellis sonst erklären?
Neil Young war 66, als er seine Autobiografie Waging Heavy Peace 2012 veröffentlichte. Die deutsche Taschenbuchausgabe Ein Hippie-Traum erschien ein Jahr später im November 2013. Ich habe 36 Platten von Neil Young: solo, mit Crosby, Stills, Nash and Young, mit den Stray Gators, Blue Notes, Volume Dealers, Pearl Jam und natürlich mit Crazy Horse. Es ist also naheliegend, die Autobiografie eines Musikers zu lesen, dem ich schon so lange und so intensiv folge.
Back to the Sixties. Rhythm’n’Blues. Rock’n’Roll. The Strypes aus Irland setzen bei ihrem Debutalbum Snapshot auf den Sound und den Habitus der frühen 60er Jahre. Ihre Vorbilder sind Dr. Feelgood und die frühen Rolling Stones. Dann sind da auch noch deutliche Anleihen von den Yardbirds oder den Pretty Things zu hören. Die Frisuren und die Klamotten sind retro pur. Sie covern Songs von Bo Diddley (I Can Tell), Nick Lowe (Heart of the City), Willie Dixon (You Can’t Judge a Book by the Cover) und Muddy Waters (Rollin‘ & Tumblin‘), und ihre eigenen Songs kopieren den Stil ihrer Vorbilder quasi eins zu eins. Dank des legendären Produzenten Chris Thomas (Beatles, Sex Pistols, Roxy Music, Pretenders) klingen die Songs aber weitaus druckvoller als die ihre Vorbilder seinerzeit.
Traoré, Lobi : Bamako Nights – Live At Bar Bozo 1995 (2013)
(1995/2013) Afrikanischer Bluesrock, feurige elektrische Gitarrensoli, wirbelnde Percussionbeats. Lobi Traore steht am Beginn seiner Karriere und tritt regelmäßig in der Bar Bozo in Bamako (Mali) auf. Wahrscheinlich kein recht schmucker Ort, eher wohl ein heruntergekommener Schuppen. Aber hier trifft man sich und tanzt zu Live-Musik bis spät in die Nacht. In Mali herrscht Aufbruchstimmung, die Demokratie ist jung. Und Lobi Traore mischt seine afrikanischen Wurzeln mit westlichen Einflüssen und mixt damit einen ekstatischen Live-Cocktail, der jetzt als Mitschnitt in toller Ton-Qualität erschienen ist. Lobi Traore – Bamako Nights: Live at Bar Bozo 1995 weiterlesen →
Sängerin Channy Leanagh fasst die Grundidee des zweiten Poliça Album sehr prägnant zusammen: „Drums. Bass. Synths. Me, Women.“ Elektro-Pop mit Bezug zu Trip-Hop und Dub. Der Titel Shulamith ist eine Referenz an die Feministin Shulamith Firestone. Das Innen-Cover zeigt einen blutüberströmten Frauenoberkörper, das Außencover ist grob verpixelt, angeblich weil es gegen Richtlinien von Amazon und iTunes verstößt. Die unverpixelte Variante findet man aber inzwischen bei Amazon. Vielleicht ist das auch nur eine Marketing-Finte.
Im Plattenladen sticht mir bei den Neuerscheinungen ein Cover in die Augen: Nik Turner – Space Gypsy. Spacig abgedreht, nicht aus dieser Zeit. Ich höre kurz rein und denke, das klingt ja wie Hawkwind. Nicht aus dieser Zeit. Das Rätsel war dann schnell gelöst. Nik Turner war bei Hawkwind und macht seit Jahren solo die gleiche Musik, die er früher (Mitte 1970) mit Hawkwind gemacht hat. Kultstatus hatte das Space Ritual, eine abgedrehte Science Fiction Multmedia Show, die 2007 als Deluxe-CD und DVD wiederveröffentlicht wurde.