Schlagwort-Archive: World Music

Baba Zula – XX

Baba Zula machen Oriental-Dub, Acid-Turk-Rock, Reggae-Dub mit Ethno-Groove oder hypnotischen Acid-Tribal-Psyche-Groove-Rock und kommen aus Istanbul. Baba Zula gibt es seit 20 Jahren und weil ihr Jubiläumsalbum XX in der Türkei nicht erscheinen durfte, veröffentlichte nun das deutsche Label Glitterbeat die Platte. Laut Bandleader Murat Ertel stehen 80 Prozent ihrer Songs in der Türkei auf dem Index. Im Fall von XX wurde das Album aber wegen des Covers zensiert, das auf der Vorderseite eine nackte Frau  zeigt – die Brustwarzen mit jeweils einem X überklebt. XX steht natürlich für das Bandjubiläum, das famose, farbenprächtige Psychedlic-Cover selbst soll aber auch gegen die Zensur ein provokantes Ausrufezeichen setzen.

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Tamikrest – Live beim Bardentreffen in Nürnberg 2014

Tamikrest sind eine Tuareg-Band aus Kidal einer Stadt im Norden von Mali, dem krisengeschüttelten afrikanischen Land. Musik war in ihrer Heimat verboten und die Musiker von Tamikrest leben in Algerien im Exil – wenn sie nicht gerade auf Tournee sind und mit ihrer Musik auf friedliche Weise für ihr Anliegen, der Emanzipation ihres Volkes, kämpfen – aber „nicht mit der Kalaschnikow, sondern mit der Gitarre“ (1).

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Ebo Taylor – Live beim Bardentreffen in Nürnberg 2014

Ich wollte eigentlich nur einen neugierigen Blick auf den 78-jährigen Ghanaer Ebo Taylor werfen. Und dann kommt da eine 8-köpfige Band und spielt einen klassisch funkigen Afrobeat, wie man ihn noch von Fela Kuti kennt. Das ist dann letztlich auch kein Wunder, denn Ebo Taylor und Fela Kuti waren Anfang der 1960er Jahre gemeinsam in London und prägten dann später nachhaltig die Musik in ihrer jeweiligen Heimat: Fela Kuti in Nigeria und Ebo Taylor in Ghana.

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Aziza Brahim – Live beim Bardentreffen in Nürnberg 2014

Schwerpunktthema des 39. Bardentreffens in Nürnberg war „Krieg und Frieden“. Aziza Brahim, geboren und aufgewachsen in den Flüchtlingslagern entlang der Grenze zwischen Algerien und der Westsahara, lebt heute in Spanien und ist eine prominente Fürsprecherin ihres Volkes und der um Anerkennung kämpfenden Bevölkerungsgruppe der Sahrauis. Es lag daher nahe, sie zum Bardentreffen nach Nürnberg einzuladen.

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Dirtmusic – Lion City

Dirtmusic: Lion City (2014)
Dirtmusic: Lion City (2014)

Abwechslungsreich instrumentiert, mal sphärisch elektronisch, mal treibend rockig. Das vierte Dirtmusic-Album Lion City entstammt den gleichen Bamako-Sessions aus 2012 wie das bereits 2013 veröffentlichte Troubles. Lion City ist aber stärker geprägt von den Einflüssen der verschiedenen Musiker, die bei diesen Sessions mitgewirkt haben.

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Lobi Traore – Bamako Nights: Live at Bar Bozo 1995

Traoré, Lobi : Bamako Nights – Live At Bar Bozo 1995 (2013)
Traoré, Lobi : Bamako Nights – Live At Bar Bozo 1995 (2013)

(1995/2013) Afrikanischer Bluesrock, feurige elektrische Gitarrensoli, wirbelnde Percussionbeats. Lobi Traore steht am Beginn seiner Karriere und tritt regelmäßig in der Bar Bozo in Bamako (Mali) auf. Wahrscheinlich kein recht schmucker Ort, eher wohl ein heruntergekommener Schuppen. Aber hier trifft man sich und tanzt zu Live-Musik bis spät in die Nacht. In Mali herrscht Aufbruchstimmung, die Demokratie ist jung. Und Lobi Traore mischt seine afrikanischen Wurzeln mit westlichen Einflüssen und mixt damit einen ekstatischen Live-Cocktail, der jetzt als Mitschnitt in toller Ton-Qualität erschienen ist. Lobi Traore – Bamako Nights: Live at Bar Bozo 1995 weiterlesen

Haris Alexiou – I Tripla (Χάρις Αλεξίου – Η Τρίπλα)

Alexiou, Charis: I Tripla (Η Τρίπλα) (2012)
Alexiou, Charis: I Tripla (Η Τρίπλα) (2012)

Urlaub auf Rhodos, Ausflug nach Rhodos-Stadt. In der Altstadt ein erstaunlich gut sortierter CD-Laden. Ich frage nach Haris Alexiou und der Verkäufer zeigt mir eine größere Auswahl. Ein paar der CDs kenne ich und der Einfachkeit halber frage ich nach der Neuesten. Der Verkäufer scheint ein wenig überrascht und vielleicht auch ein wenig erfreut, einmal nicht nach Sirtaki und Sorbas gefragt zu werden? Vielleicht habe ich mir das auch nur eingebildet? Eine leichte Überheblichkeit? Ich kaufe I Tripla ungehört und bin durchaus zufrieden mit der kleinen Trophäe im Rucksack.

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Bombino – Nomad

Bombino: Nomad (2013)
Bombino: Nomad (2013)

Bombino, der Tuareg-Gitarrist aus dem Niger, veröffentlichte nach Group Bombino – Guitars from Agadez (2009) und Agadez (2011) mit Nomad seine dritte Platte. Produziert wurde die Platte von Dan Auerbach in dessen Studio in Nashville. Nomad klingt deshalb wohl auch um einiges westlicher als die Vorgänger. Die Musik ist dynamischer, rockiger, prägnanter. Die Musik basiert freilich noch auf dem afrikanischen Desert Rock, die Wurzeln sind klar erkennbar.

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Songs For Desert Refugees

Songs for Desert Refugees: A Compilation In Aid Of The Refugees From Nothern Mali (2012)
Songs for Desert Refugees: A Compilation In Aid Of The Refugees From Nothern Mali (2012)

A compilation in aid of the refugees from northern Mali – ein wunderschöner Sampler mit Tuareg-Bands aus der Region, aber kein erbaulicher Anlass – der Krieg in Mali. Alle Beteiligten haben unentgeltlich gearbeitet, 100 Prozent der erzielten Gewinne gehen direkt an die französischen Hilfsorganisationen Tamoudré und ETAR, die dort die Flüchtlinge unterstützen.

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