Schlagwort-Archive: Hörbeispiele

Nik Turner – Space Gypsy

Turner, Nik: Space Gypsy (2013)
Turner, Nik: Space Gypsy (2013)

Im Plattenladen sticht mir bei den Neuerscheinungen ein Cover in die Augen: Nik Turner – Space Gypsy. Spacig abgedreht, nicht aus dieser Zeit. Ich höre kurz rein und denke, das klingt ja wie Hawkwind. Nicht aus dieser Zeit. Das Rätsel war dann schnell gelöst. Nik Turner war bei Hawkwind und macht seit Jahren solo die gleiche Musik, die er früher (Mitte 1970) mit Hawkwind gemacht hat. Kultstatus hatte das Space Ritual, eine abgedrehte Science Fiction Multmedia Show, die 2007 als Deluxe-CD und DVD wiederveröffentlicht wurde.

Nik Turner – Space Gypsy weiterlesen

Bombino – Nomad

Bombino: Nomad (2013)
Bombino: Nomad (2013)

Bombino, der Tuareg-Gitarrist aus dem Niger, veröffentlichte nach Group Bombino – Guitars from Agadez (2009) und Agadez (2011) mit Nomad seine dritte Platte. Produziert wurde die Platte von Dan Auerbach in dessen Studio in Nashville. Nomad klingt deshalb wohl auch um einiges westlicher als die Vorgänger. Die Musik ist dynamischer, rockiger, prägnanter. Die Musik basiert freilich noch auf dem afrikanischen Desert Rock, die Wurzeln sind klar erkennbar.

Bombino – Nomad weiterlesen

Margaret Thatcher ist tot – Das musikalische Gedenken

Land Of Hope And Glory
Land Of Hope And Glory

11,5 Mio. Kosten für die Beerdigung der eisernen Lady. Da kommt Freude auf bei all jenen, die unter den massiven Kürzungen sozialer Ausgaben und der Förderung eines zügellosen Kapitalismus gelitten haben.

Rockpalast 1980: Die Bluesband  spielt „Maggies Farm“ – „I ain’t gonna work on Maggie’s farm no more“ – eine Kontrafaktur eines Bob Dylans Song. Kein Politiker hat wohl die Musik- (Kunst-)szene so gegen sich aufgebracht wie Maggie Thatcher. Die Bluesband war mit ihrem Beitrag da aber eher harmlos. „Ding, Dong! The Witch Is Dead“, ein umfunktionierter Song von Klaus Nomi aus dem Jahr 1982 aus dem Musical „Der Zauberer von Oz“ ist da schon heftiger und landete in dieser Woche auf Platz 2 der UK Single-Charts. Auch ein Aspekt von Nachhaltigkeit. Margaret Thatcher ist tot – Das musikalische Gedenken weiterlesen

Nick Cave & The Bad Seeds – Push The Sky Away

Cave, Nick & The Bad Seeds: Push The Sky Away (2013)
Cave, Nick & The Bad Seeds: Push The Sky Away (2013)

Robert Johnson hat der Legende nach seine Seele dem Teufel verkauft und wurde von diesem im Gegenzug in die Geheimnisse des Gitarrenspiels eingewiesen. Im Gottesteilchen-Blues gabelt der Erzähler diesen Robert Johnson auf. Der Erzähler ist auf dem Weg nach Genf, um am dortigen Kernforschungsinstutut nach dem Rechten zu sehen. Johnson steht, eine 10-Dollar Gitarre auf dem Rücken, an einer Kreuzung. Die Runde vervollständigt der Teufel und gemeinsam singen sie schließlich im Auto den „Higgs Boson Blues“. Danach wird es kompliziert. Die Reise endet mit Hannah Montana, der Hauptfigur einer Disney-Fernsehserie, die in ihrem Pool in Toluca Lake treibt, während die Welt um sie herum auseinander fällt. Laut Cave eine Reise durch verschiedene Varianten geistigen Verfalls. „I’m driving my car down to Geneva. Oh let the damn day break. The rainy days always make me sad.“

Nick Cave & The Bad Seeds – Push The Sky Away weiterlesen

Eels – Wonderful, Glorious

Eels: Wonderful, Glorious (2013)
Eels: Wonderful, Glorious (2013)

Das neue Album von Mark Oliver Everett ist ein richtiges Bandalbum geworden. Die Mitmusiker konnten eigene Ideen einbringen, waren diesmal am Songwriting beteiligt. Früher war Eels eher ein Soloprojekt mit Begleitmusikern. Und so wurde Wonderful, Glorious vielleicht zum freundlichsten, optimistischten Album, das er je aufgenommen. Die neuen Songs zeugen von Ideenreichtum und Spielfreude. Das zehnte Studioalbum entstand in seinem neuen, eigenen Studio „The Compound“ in  Los Feliz, Los Angeles.

Eels – Wonderful, Glorious weiterlesen

Jake Bugg – Das Debüt eines 18-Jährigen

Bugg, Jake: Jake Bugg (2012)
Bugg, Jake: Jake Bugg (2012)

Mit seinem selbstbetitelten Debutalbum schaffte es Jake Bugg im Oktober letzten Jahres auf den ersten Platz der UK Album Charts. Nach 14 Wochen ist er immer noch auf Platz 3 – noch vor Rihanna, Pink oder Robbie Wiliams.

Jetzt erschien die Platte auch in Deutschland. Und ausnahmslos alle sind voll des Lobes. Jake Bugg – das Wunderkind.

 

 

Jake Bugg – Das Debüt eines 18-Jährigen weiterlesen

Songs For Desert Refugees

Songs for Desert Refugees: A Compilation In Aid Of The Refugees From Nothern Mali (2012)
Songs for Desert Refugees: A Compilation In Aid Of The Refugees From Nothern Mali (2012)

A compilation in aid of the refugees from northern Mali – ein wunderschöner Sampler mit Tuareg-Bands aus der Region, aber kein erbaulicher Anlass – der Krieg in Mali. Alle Beteiligten haben unentgeltlich gearbeitet, 100 Prozent der erzielten Gewinne gehen direkt an die französischen Hilfsorganisationen Tamoudré und ETAR, die dort die Flüchtlinge unterstützen.

Songs For Desert Refugees weiterlesen

Patti Smith – Banga

Smith, Patti: Banga (2012)
Smith, Patti: Banga (2012)

„Bei einer Wendung blieb er plötzlich stehen und stieß einen Pfiff aus. Als Antwort erscholl in der Dämmerung tiefes Gebell, und aus dem Garten kam ein mächtiger Hund mit spitzen Ohren, grauem Fell und einem Halsband mit Goldbeschlägen auf den Balkon gesprungen. ‚Banga, Banga‘, rief der Prokurator schwach.“ 1)

Der Prokurator ist Pontius Pilatus aus Michail Bulgakows Jahrhundertbuch „Der Meister und Margarita“ (geschrieben 1928 bis 1940, veröffentlicht 1966/67). Patti Smith hat ihr neues Album nach diesem Hund benannt, dem ihrer Meinung nach treuesten Hund der ganzen Literaturgeschichte. „Banga legte sich […] seinem Herrn zu Füßen, und die Freude in seinen Augen kam daher […], daß er wieder bei dem Mann war, den er liebte, achtete und für den Mächtigsten der Welt ansah, für den Beherrscher aller Menschen, wodurch er auch sich für ein privilegiertes, höheres und besonderes Wesen hielt.“ 2)

Patti Smith – Banga weiterlesen

Reverend & The Lady – Tracks From Ol‘ Station

Reverend & The Lady: Tracks From Ol' Station (2012)
Reverend & The Lady: Tracks From Ol‘ Station (2012)

Urlaub am Gardasee. Ausflug nach Malcesine an einem knallheißen Tag im Juni. Gleich um die Ecke am Hafen ertönt Bluesmusik. Zwei Straßenmusikanten spielen im Halbschatten eines Durchgangs. Wir bleiben stehen und hören das erste Stück an, dann das zweite, dritte, vierte. Die beiden sind echt klasse. Am Boden liegt der Gitarrenkoffer und der eine oder andere schmeißt auch mal einen Euro rein. Aber – und das ist das erstaunliche – die meisten kaufen sich gleich eine CD, die es für 10 Euro zu erwerben gibt. Das habe ich so noch nicht erlebt. Ich habe natürlich auch gleich zugegriffen.

Reverend & The Lady – Tracks From Ol‘ Station weiterlesen

The Ting Tings – Sounds From Nowheresville

Ting Tings: Sounds from Nowheresville (Deluxe Edition) (2012)
Ting Tings: Sounds from Nowheresville (Deluxe Edition) (2012)

Eine Platte wie eine Playlist – die unterschiedlichsten Stile wechseln sich ab. Elektropop, HipHop, Reggae, Rock. Verbindend ist aber die Stimme von Katie White. The Ting Tings sind Katie White (Gesang, Gitarre) und Jules De Martino (Schlagzeug, Gitarre, Gesang), die mit ihrem ersten Album „We Started Nothing“ einigen Erfolg hatten. Shut Up And Let Me Go lief in einem iPod-Spot.

„Sounds From Nowheresville“ ist ihr zweites Album. Die Entstehungsgeschichte war wohl etwas kompliziert. White und De Martino zogen nach Berlin, um sich von der Statdt für ihr neues Album inspiriern zu lassen. Aber das, was sie dort aufnahmen, hat ihnen nicht gefallen. Zu beliebig. So beschlossen sie die fast fertigen Aufnahmen zu „Kunst“ – so hätte das Album heißen sollen – zu löschen. Und sie gingen in die spanische Provinz, um dort einen neuen Anfang zu machen.

The Ting Tings – Sounds From Nowheresville weiterlesen