Schlagwort-Archive: Hörbeispiele

The Strypes – Snapshot

Strypes: Snapshot (2013)
Strypes: Snapshot (2013)

Back to the Sixties. Rhythm’n’Blues. Rock’n’Roll. The Strypes aus Irland setzen bei ihrem Debutalbum Snapshot auf den Sound und den Habitus der frühen 60er Jahre. Ihre Vorbilder sind Dr. Feelgood und die frühen Rolling Stones. Dann sind da auch noch deutliche Anleihen von den Yardbirds oder den Pretty Things zu hören. Die Frisuren und die Klamotten sind retro pur. Sie covern Songs von Bo Diddley (I Can Tell), Nick Lowe (Heart of the City), Willie Dixon (You Can’t Judge a Book by the Cover) und Muddy Waters (Rollin‘ & Tumblin‘), und ihre eigenen Songs kopieren den Stil ihrer Vorbilder quasi eins zu eins. Dank des legendären Produzenten Chris Thomas (Beatles, Sex Pistols, Roxy Music, Pretenders) klingen die Songs aber weitaus druckvoller als die ihre Vorbilder seinerzeit.

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Lobi Traore – Bamako Nights: Live at Bar Bozo 1995

Traoré, Lobi : Bamako Nights – Live At Bar Bozo 1995 (2013)
Traoré, Lobi : Bamako Nights – Live At Bar Bozo 1995 (2013)

(1995/2013) Afrikanischer Bluesrock, feurige elektrische Gitarrensoli, wirbelnde Percussionbeats. Lobi Traore steht am Beginn seiner Karriere und tritt regelmäßig in der Bar Bozo in Bamako (Mali) auf. Wahrscheinlich kein recht schmucker Ort, eher wohl ein heruntergekommener Schuppen. Aber hier trifft man sich und tanzt zu Live-Musik bis spät in die Nacht. In Mali herrscht Aufbruchstimmung, die Demokratie ist jung. Und Lobi Traore mischt seine afrikanischen Wurzeln mit westlichen Einflüssen und mixt damit einen ekstatischen Live-Cocktail, der jetzt als Mitschnitt in toller Ton-Qualität erschienen ist. Lobi Traore – Bamako Nights: Live at Bar Bozo 1995 weiterlesen

Poliça – Shulamith

Poliça: Shulamith (2013)
Poliça: Shulamith (2013)

Sängerin Channy Leanagh fasst die Grundidee des zweiten Poliça Album sehr prägnant zusammen: „Drums. Bass. Synths. Me, Women.“ Elektro-Pop mit Bezug zu Trip-Hop und Dub. Der Titel Shulamith ist eine Referenz an die Feministin Shulamith Firestone. Das Innen-Cover zeigt einen blutüberströmten Frauenoberkörper, das Außencover ist grob verpixelt, angeblich weil es gegen Richtlinien von Amazon und iTunes verstößt. Die unverpixelte Variante findet man aber inzwischen bei Amazon. Vielleicht ist das auch nur eine Marketing-Finte.

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Nik Turner – Space Gypsy

Turner, Nik: Space Gypsy (2013)
Turner, Nik: Space Gypsy (2013)

Im Plattenladen sticht mir bei den Neuerscheinungen ein Cover in die Augen: Nik Turner – Space Gypsy. Spacig abgedreht, nicht aus dieser Zeit. Ich höre kurz rein und denke, das klingt ja wie Hawkwind. Nicht aus dieser Zeit. Das Rätsel war dann schnell gelöst. Nik Turner war bei Hawkwind und macht seit Jahren solo die gleiche Musik, die er früher (Mitte 1970) mit Hawkwind gemacht hat. Kultstatus hatte das Space Ritual, eine abgedrehte Science Fiction Multmedia Show, die 2007 als Deluxe-CD und DVD wiederveröffentlicht wurde.

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Bombino – Nomad

Bombino: Nomad (2013)
Bombino: Nomad (2013)

Bombino, der Tuareg-Gitarrist aus dem Niger, veröffentlichte nach Group Bombino – Guitars from Agadez (2009) und Agadez (2011) mit Nomad seine dritte Platte. Produziert wurde die Platte von Dan Auerbach in dessen Studio in Nashville. Nomad klingt deshalb wohl auch um einiges westlicher als die Vorgänger. Die Musik ist dynamischer, rockiger, prägnanter. Die Musik basiert freilich noch auf dem afrikanischen Desert Rock, die Wurzeln sind klar erkennbar.

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Margaret Thatcher ist tot – Das musikalische Gedenken

Land Of Hope And Glory
Land Of Hope And Glory

11,5 Mio. Kosten für die Beerdigung der eisernen Lady. Da kommt Freude auf bei all jenen, die unter den massiven Kürzungen sozialer Ausgaben und der Förderung eines zügellosen Kapitalismus gelitten haben.

Rockpalast 1980: Die Bluesband  spielt „Maggies Farm“ – „I ain’t gonna work on Maggie’s farm no more“ – eine Kontrafaktur eines Bob Dylans Song. Kein Politiker hat wohl die Musik- (Kunst-)szene so gegen sich aufgebracht wie Maggie Thatcher. Die Bluesband war mit ihrem Beitrag da aber eher harmlos. „Ding, Dong! The Witch Is Dead“, ein umfunktionierter Song von Klaus Nomi aus dem Jahr 1982 aus dem Musical „Der Zauberer von Oz“ ist da schon heftiger und landete in dieser Woche auf Platz 2 der UK Single-Charts. Auch ein Aspekt von Nachhaltigkeit. Margaret Thatcher ist tot – Das musikalische Gedenken weiterlesen

Nick Cave & The Bad Seeds – Push The Sky Away

Cave, Nick & The Bad Seeds: Push The Sky Away (2013)
Cave, Nick & The Bad Seeds: Push The Sky Away (2013)

Robert Johnson hat der Legende nach seine Seele dem Teufel verkauft und wurde von diesem im Gegenzug in die Geheimnisse des Gitarrenspiels eingewiesen. Im Gottesteilchen-Blues gabelt der Erzähler diesen Robert Johnson auf. Der Erzähler ist auf dem Weg nach Genf, um am dortigen Kernforschungsinstutut nach dem Rechten zu sehen. Johnson steht, eine 10-Dollar Gitarre auf dem Rücken, an einer Kreuzung. Die Runde vervollständigt der Teufel und gemeinsam singen sie schließlich im Auto den „Higgs Boson Blues“. Danach wird es kompliziert. Die Reise endet mit Hannah Montana, der Hauptfigur einer Disney-Fernsehserie, die in ihrem Pool in Toluca Lake treibt, während die Welt um sie herum auseinander fällt. Laut Cave eine Reise durch verschiedene Varianten geistigen Verfalls. „I’m driving my car down to Geneva. Oh let the damn day break. The rainy days always make me sad.“

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