Schlagwort-Archive: Hörbeispiele

Baba Zula – XX

Baba Zula machen Oriental-Dub, Acid-Turk-Rock, Reggae-Dub mit Ethno-Groove oder hypnotischen Acid-Tribal-Psyche-Groove-Rock und kommen aus Istanbul. Baba Zula gibt es seit 20 Jahren und weil ihr Jubiläumsalbum XX in der Türkei nicht erscheinen durfte, veröffentlichte nun das deutsche Label Glitterbeat die Platte. Laut Bandleader Murat Ertel stehen 80 Prozent ihrer Songs in der Türkei auf dem Index. Im Fall von XX wurde das Album aber wegen des Covers zensiert, das auf der Vorderseite eine nackte Frau  zeigt – die Brustwarzen mit jeweils einem X überklebt. XX steht natürlich für das Bandjubiläum, das famose, farbenprächtige Psychedlic-Cover selbst soll aber auch gegen die Zensur ein provokantes Ausrufezeichen setzen.

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Gurr – In My Head Tour – Live im MUZclub 2017

Auftakt der „In My Head Tour Part II“ war im MUZclub in Nürnberg, der am 20./21. Januar sein 10-jähriges Jubiläum feierte. Gurr war der Headliner des ersten Tages. Gurr, das sind im Kern Andreya Casablanca und Laura Lee Jenkins. Sie werden auf ihrer Tour von einer Bassistin und einem Schlagzeuger unterstützt, so dass sich Andreya und Laura Lee auf ihr Gitarrenspiel und ihren zweistimmigen Gesang konzentrieren können.

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Royal Blood – Royal Blood

Royal Blood: Royal Blood (2014)
Royal Blood: Royal Blood (2014)

„Bass Blues“ – so lautete die Überschrift eines kurzen Artikels auf Seite 183 der November Ausgabe des Rolling Stone. Es war eine begeisterte Konzertkritik über einen Auftritt von Royal Blood in einem Berliner Privatclub. Durch den Artikel neugierig geworden fand ich ein paar phänomenale Konzertvideos auf YouTube und die Information, dass die Band ihr Debutalbum erst im August veröffentlicht hatte. Ich habe die CD gleich am nächsten Abend gekauft und bereits im Auto gehört: Mit jedem Stück habe ich den Lautstärkeregler weiter aufgedreht. Was da aus den Boxen kam war Heavy-Stoner-Bass-Blues-Rock.

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Tamikrest – Live beim Bardentreffen in Nürnberg 2014

Tamikrest sind eine Tuareg-Band aus Kidal einer Stadt im Norden von Mali, dem krisengeschüttelten afrikanischen Land. Musik war in ihrer Heimat verboten und die Musiker von Tamikrest leben in Algerien im Exil – wenn sie nicht gerade auf Tournee sind und mit ihrer Musik auf friedliche Weise für ihr Anliegen, der Emanzipation ihres Volkes, kämpfen – aber „nicht mit der Kalaschnikow, sondern mit der Gitarre“ (1).

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Ebo Taylor – Live beim Bardentreffen in Nürnberg 2014

Ich wollte eigentlich nur einen neugierigen Blick auf den 78-jährigen Ghanaer Ebo Taylor werfen. Und dann kommt da eine 8-köpfige Band und spielt einen klassisch funkigen Afrobeat, wie man ihn noch von Fela Kuti kennt. Das ist dann letztlich auch kein Wunder, denn Ebo Taylor und Fela Kuti waren Anfang der 1960er Jahre gemeinsam in London und prägten dann später nachhaltig die Musik in ihrer jeweiligen Heimat: Fela Kuti in Nigeria und Ebo Taylor in Ghana.

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Mojo Makers – Live in Fürth New Orleans Festival 2014

Mojo Makers: Wait Till The Morning (2103)
Mojo Makers: Wait Till The Morning (2013)

33 Grad im Schatten, die Sonne knallt direkt auf die Bühne, Schatten auf der Bühne: Fehlanzeige. Aber dieses Los teilten die Mojo Makers aus Kopenhagen mit allen anderen Musikern am Pfingstwochenende. Kristian Hoffmann eröffnete den Auftritt mit einem phänomenalen, bluesigen Slide-Gitarren-Solo. Kristian hätte sein Solo gerne noch länger ausdehnen können. Nach dem Präludium startet die Band durch mit „Wait Till The Morning“, dem Titeltrack ihrer gleichnamigen CD.

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The Strypes – Snapshot

Strypes: Snapshot (2013)
Strypes: Snapshot (2013)

Back to the Sixties. Rhythm’n’Blues. Rock’n’Roll. The Strypes aus Irland setzen bei ihrem Debutalbum Snapshot auf den Sound und den Habitus der frühen 60er Jahre. Ihre Vorbilder sind Dr. Feelgood und die frühen Rolling Stones. Dann sind da auch noch deutliche Anleihen von den Yardbirds oder den Pretty Things zu hören. Die Frisuren und die Klamotten sind retro pur. Sie covern Songs von Bo Diddley (I Can Tell), Nick Lowe (Heart of the City), Willie Dixon (You Can’t Judge a Book by the Cover) und Muddy Waters (Rollin‘ & Tumblin‘), und ihre eigenen Songs kopieren den Stil ihrer Vorbilder quasi eins zu eins. Dank des legendären Produzenten Chris Thomas (Beatles, Sex Pistols, Roxy Music, Pretenders) klingen die Songs aber weitaus druckvoller als die ihre Vorbilder seinerzeit.

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Lobi Traore – Bamako Nights: Live at Bar Bozo 1995

Traoré, Lobi : Bamako Nights – Live At Bar Bozo 1995 (2013)
Traoré, Lobi : Bamako Nights – Live At Bar Bozo 1995 (2013)

(1995/2013) Afrikanischer Bluesrock, feurige elektrische Gitarrensoli, wirbelnde Percussionbeats. Lobi Traore steht am Beginn seiner Karriere und tritt regelmäßig in der Bar Bozo in Bamako (Mali) auf. Wahrscheinlich kein recht schmucker Ort, eher wohl ein heruntergekommener Schuppen. Aber hier trifft man sich und tanzt zu Live-Musik bis spät in die Nacht. In Mali herrscht Aufbruchstimmung, die Demokratie ist jung. Und Lobi Traore mischt seine afrikanischen Wurzeln mit westlichen Einflüssen und mixt damit einen ekstatischen Live-Cocktail, der jetzt als Mitschnitt in toller Ton-Qualität erschienen ist. Lobi Traore – Bamako Nights: Live at Bar Bozo 1995 weiterlesen

Poliça – Shulamith

Poliça: Shulamith (2013)
Poliça: Shulamith (2013)

Sängerin Channy Leanagh fasst die Grundidee des zweiten Poliça Album sehr prägnant zusammen: „Drums. Bass. Synths. Me, Women.“ Elektro-Pop mit Bezug zu Trip-Hop und Dub. Der Titel Shulamith ist eine Referenz an die Feministin Shulamith Firestone. Das Innen-Cover zeigt einen blutüberströmten Frauenoberkörper, das Außencover ist grob verpixelt, angeblich weil es gegen Richtlinien von Amazon und iTunes verstößt. Die unverpixelte Variante findet man aber inzwischen bei Amazon. Vielleicht ist das auch nur eine Marketing-Finte.

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