Sigurd Kämpft – Wiederveröffentlichung von „da Elefant is fertig“

Sigurd Kämpft: da Elefant is fertig (1981)
Sigurd Kämpft: da Elefant is fertig (1981)

Reiner Zufall, dass ich das entdeckt hatte. Trikont hat im Oktober 2010 die zwei LPs von Sigurd Kämpft („da Elefant is fertig“ 1981 und „Pfui Pfui“ 1983) als Doppel-CD wiederveröffentlicht. Sozusagen auch eine 30th anniversary edition. Das hat mein Herz höher schlagen lassen, gibt es doch viele nette Erinnerungen rund um diese Platte und an die damit verbundene Zeit. Nur die Insider kannten den Feinkost Würmlein und das „s’zwoafuchzger büffet“. Rambazamba everywhere!

Sigurd Kämpft aus Erding (München) machten Rockmusik in bayrischer Mundart. Sie waren weniger eine „Punk-Wave-Band“ (SZ), eher schon eine Spaßformation mit einer Brise Anarchoflair. Im Vordergrund meist ein satter Gitarrensound, rau, rumpelnd, wenig versiert, aber unmittelbar. Der bayerische Dialekt lenkte die Musik ins Humoreske. Wunderbar waren „Wenn I drauf gäh“, „Gwaro nixdo“, „Sakrament“ oder „Made in Germany“. Oder waren sie doch eine Punk-Band? Zitat: ANARCHO-PUNKT.NET: „Re-released first album of this Anarcho-band from Munich, Bavaria from 1981 – maybe not quite punk but somehow well on the way towards it and encouraging the first generation of punks to hatch right in germanys conservative „backyard“. The Lyrics are upper bavarian dialect, written and sung against hypocrisy and all those dirty tricks that keep the real life far away. The band participated actively in the resistance against the construction of the new airport of Munich which destroyed a whole biotope.“ Den Download gibt’s auch bei ANARCHO-PUNKT.NET

Das vielleicht schönste Stück war „Sierra ‚Sche-wars-ja'“. Schön getragen und langsam der Sound, der Gesang wunderbar melancholisch, wenn die Verkäuferin vom coop beim Kaffeetrinken fragt, ob ‚er‘ auch auf Rabattmarken steht. Aber die Idee vom anderen Leben hängt für ‚ihn‘ „bsuffa an da Bar und schaugt recht bläd“.

Die Musiker von damals – Max Hupfer (Gesang), Hans „Limo“ Lechner (Schlagzeug), Peter „Brezn“ Feller (Leadgitarre), Kurt Feller (Rythmusgitarre) und Hansi Bach (Bass) – sind heute Sozialpädagoge, Grafiker, Schreiner, Töpfer und Musikmanager. Es hatte sich vor 30 Jahren relativ schnell herausgestellt, dass es für eine große Karriere nicht reichen würde.

2010 traten sie in Giesing wieder mal auf und anschließend war wieder Schluss. Dazu noch ein letztes Zitat: „und wennd’s ihr sagt’s, I muss was leistn, sag I eich bloss leckt’s mi am Arsch!“ (Ihr habts eich deischt). Die Zielrichtung war 1981 sicherlich anders, aber es passt auch jetzt. Wem wäre mit einem aufgewärmten Revival geholfen? Umso schöner die Wiederveröffentlichung.

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