T.C. Boyle – Wenn das Schlachten vorbei ist

Boyle, T.C.: Wenn das Schlachten vorbei ist (2012)
Boyle, T.C.: Wenn das Schlachten vorbei ist (2012)

Was ist Natur? Das nicht vom Menschen Geschaffene, das Natürliche? Aber was ist heute nicht vom Menschen geschaffen? Wo begegnet der Mensch noch der Natur im romantischen Sinne?

Natur muss geschützt werden. Doch welche Natur? Zwei Fraktionen von Umweltschützern liefern sich in dem neuen Roman von T.C. Boyle einen erbitterten Kampf. Die Channel Islands vor der Südküste von Kalifornien werden zum Schauplatz konträrer ökologischer Ansätze: der Schutz eines Lebewesens um jeden Preis oder die Bewahrung/Wiederherstellung eines ökologischen Gleichgewichtes. Emotional die eine, wissenschaftlich-nüchtern die andere Sicht. Und der Gewinner ist?

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Reverend & The Lady – Tracks From Ol‘ Station

Reverend & The Lady: Tracks From Ol' Station (2012)
Reverend & The Lady: Tracks From Ol‘ Station (2012)

Urlaub am Gardasee. Ausflug nach Malcesine an einem knallheißen Tag im Juni. Gleich um die Ecke am Hafen ertönt Bluesmusik. Zwei Straßenmusikanten spielen im Halbschatten eines Durchgangs. Wir bleiben stehen und hören das erste Stück an, dann das zweite, dritte, vierte. Die beiden sind echt klasse. Am Boden liegt der Gitarrenkoffer und der eine oder andere schmeißt auch mal einen Euro rein. Aber – und das ist das erstaunliche – die meisten kaufen sich gleich eine CD, die es für 10 Euro zu erwerben gibt. Das habe ich so noch nicht erlebt. Ich habe natürlich auch gleich zugegriffen.

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Black Country Communion – Live Over Europe

Black Country Communion: Live Over Europe (2012)
Black Country Communion: Live Over Europe (2012)

Endlich geschafft – die Tournee, die DVD/Blu-Ray, die Doppel-Live-CD. Glenn Hughes dürfte aufatmen, denn endlich ging sein Wunsch in Erfüllung. Mit CDs ist ja nicht mehr viel Geld zu verdienen, und darum wollte Hughs von Beginn an auf Tournee gehen. Aber der enge Zeitplan von Joe Bonamassa, der – ähnlich Jack White – sich in einer Fülle von Projekten verliert und einen gigantischen Output hat, ließ das nicht zu. Für 2 schrieb Hughes den Großteil der Stücke, sie wurden eingespielt, aber wenn jetzt keine Tournee folgen würde, müsste er sich wohl anderweitig orientieren. Die „Supergroup“ am Scheideweg.

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Chimes of Freedom – Songs of Bob Dylan – 50 Jahre Amnesty International

Chimes of Freedom: The Songs of Bob Dylan: Honouring 50 Years of AI (2012)
Chimes of Freedom: The Songs of Bob Dylan: Honouring 50 Years of AI (2012)

Amnesty International hat anläßlich seines 50. Geburtstags eine 4-CD-Box veröffentlicht mit 73 Bob Dylan Songs von ebensovielen Interpreten, Bands bzw. Kooperationen. Der komplette Titel der CD-Box lautet Chimes of Freedom: „Songs of Bob Dylan Honoring 50 Years of Amnesty International“. Alle Künstler arbeiteten ohne Gage. Alle Gewinne aus dem Verkauf der CDs kommen der Arbeit von Amnesty International zugute. Diese Box ist der Nachfolger von „Instant Karma“ aus dem Jahr 2007. Bob Dylan wurde wohl deshalb ausgewählt, weil vor 50 Jahren sein Debütalbum erschien. „Chimes of Freedom is dedicated to people worldwide who are unjustly imprisoned or threatened for the peaceful expression of their beliefs“ steht auf der Website von Bob Dylan. Bob Dylan selbst ist mit der ursprünglichen Version von Chimes Of Freedom vertreten. Der Song erschien 1964 auf seinem vierten Album „Another Side of Bob Dylan“. Kurioserweise wandte sich Dylan mit dieser Platte von seiner Rolle als Protestsänger ab.

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The Ting Tings – Sounds From Nowheresville

Ting Tings: Sounds from Nowheresville (Deluxe Edition) (2012)
Ting Tings: Sounds from Nowheresville (Deluxe Edition) (2012)

Eine Platte wie eine Playlist – die unterschiedlichsten Stile wechseln sich ab. Elektropop, HipHop, Reggae, Rock. Verbindend ist aber die Stimme von Katie White. The Ting Tings sind Katie White (Gesang, Gitarre) und Jules De Martino (Schlagzeug, Gitarre, Gesang), die mit ihrem ersten Album „We Started Nothing“ einigen Erfolg hatten. Shut Up And Let Me Go lief in einem iPod-Spot.

„Sounds From Nowheresville“ ist ihr zweites Album. Die Entstehungsgeschichte war wohl etwas kompliziert. White und De Martino zogen nach Berlin, um sich von der Statdt für ihr neues Album inspiriern zu lassen. Aber das, was sie dort aufnahmen, hat ihnen nicht gefallen. Zu beliebig. So beschlossen sie die fast fertigen Aufnahmen zu „Kunst“ – so hätte das Album heißen sollen – zu löschen. Und sie gingen in die spanische Provinz, um dort einen neuen Anfang zu machen.

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Josh Weil – Das neue Tal

Weil, Josh: Das neue Tal (2011)
Weil, Josh: Das neue Tal (2011)

Stillman Wing lebt in den Blue Rich Mountains in Virginia und ist 71 Jahre alt, als ihn der Juniorchef Pfersick nach Hause schickt. Zu alt sei er. „Ruhestand, dachte er, und beendete den Gedanken mit einem unaussprechlichen Gemisch aus allem Möglichen von Scheißdreck bis Arsch“. Er kann nicht verstehen, dass der Seniorchef Les Pfersick dies zulässt. Aus Wut klaut er nachts einen alten Traktor vom Hof, wo er 50 Jahre Mechaniker war, einen Deutz, MTZ222, Baujahr 1928, seinem Geburtsjahr.

So beginnt die Novelle des 1976 in den Blue Rich Mountains geborenen Autors Josh Weil. Eine faszinierende, tragische und verstörende Erzählung. Stillman Wing ist ein rüstiger Alter zu Beginn der Geschichte. Er macht sich daran, den alten verrosteten und verrotteten Traktor in seinem Schuppen wieder herzurichten. Je mehr er den Deutz jedoch zu neuem Leben erweckt wird, desto mehr schwindet sein Leben.

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Die Türen – ABCDEFGHIJKLM … – Wortspielpoprock

Türen: ABCDEFGHIJKLMNO PQRSTUVWXYZ (2012)
Türen: ABCDEFGHIJKLMNO PQRSTUVWXYZ (2012)

„Rentner und Studenten“ – das erste Stück auf der Platte – kann stellvertretend für den Rest der Platte stehen, nicht musikalisch, aber textlich. Mein erster Eindruck war der an einer kritischen Gesellschaftsaussage interessierten Band. Alleine schon die Titel legen das nahe: „Schwarz-Gelbes Unterseebot“ (Politik), „Pop ist tot“ (Musik-Bunsiness) oder „Don’t google yourself“ (Internet). Da springt man sofort an, die Themen sind auf der Höhe der Zeit, man ist interessiert. Dann liest und hört man noch die eine oder andere Kritik mit Songzitaten und greift zu.

Diese erste Erwartung wird aber nicht erfüllt. Es gibt – zumindest oberflächlich gesehen – keine Aussage, denn im Vordergrund steht die Wortakrobatik. Und da ist Maurice Summen, Sänger bei „Die Türen“, ein Meister. Die Texte haben etwas Dadistisches, eher aber etwas Willkürliches.

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Klout Score – Asoziale Blüten im Sozialen Netzwerk

Logo der Klout Inc.
Logo der Klout Inc.

Meide Freunde, die sonst keiner mag. Nehme Abstand von Bekannten, die selbst nicht im Mittelpunkt stehen. Suche Dir hingegen neue Freunde, die schon viele Freunde haben. Du wirst davon profitieren.

Wie bescheuert ist denn das?  Es gibt den Klout Score der Fa. Klout Inc., der sich als Messgröße für jedermanns sozialen Einfluss ausgibt. Von dessen Existenz habe ich erst vor ein paar Tagen erfahren. Gleich mal vorab: ich habe nicht versucht, meinen Klout Score in Erfahrung zu bringen. Ich habe nur ein paar Artikel gelesen. Mir reicht das aber, um mir eine Meinung zu bilden.

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Dürers „Selbstbildnis im Pelzrock“, Nofretete und der Pergamonaltar

Dürer, Albrecht: Selbstbildnis im Pelzrock (1500) Quelle: Wikipedia
Dürer, Albrecht: Selbstbildnis im Pelzrock (1500) Quelle: Wikipedia

Am „Selbstbildnis im Pelzrock“ von Albrecht Dürer (1500), das für die Ausstellung des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg (GMN) aus der Alten Pinakothek in München ausgeliehen werden sollte, entfachte sich mal wieder der Streit zwischen den Franken und der Landeshauptstadt München. Die Münchner verwiesen auf eine Sperrliste, wonach das „Selbstbildnis“ per se nicht ausgeliehen werden könne, zudem sei es beschädigt und nicht transportfähig. Man bot sogar die Möglichkeit vergünstigter Bahnkarten für Besucher des GMN nach München an. Die Diskussion ist jetzt vorbei: das Bild ist nicht transportfähig.

Man mag das als Provinzposse abtun. Ist es aber nicht.
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Tom Waits – Bad As Me

Tom Waits: Bad As Me (2011)
Tom Waits: Bad As Me (2011)

Vor vielen Jahren war ich mit Freunden auf Kreta. In Paleochora, im Südwesten, gab es eine Taverne, die zum Camping-Platz außerhalb des Ortes gehörte. Die Taverne hatte eine wunderschöne Terasse, das Meer war gleich daneben. Fast immer wenn wir an der Taverne vorbeikamen – und das war oft, weil wir noch etwas weiter außerhalb wohnten – kehrten wir ein. Nachmittags, Abends, Nachts. Und immer lief Musik – fast immer das selbe: Die Stones oder Tom Waits.

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