CD-Schrank (kleiner Ausschnitt)

Musik

Meine erste Platte war „Ihre großen deutschen Erfolge“ von Mireille Mathieu. Das war 1973, da war ich 12 Jahre alt. Dann gab es noch eine Platte von Michael Schanze, die eines Tages mit der Post geliefert wurde und die keiner bestellt hatte. Und ein Sampler „Die neue große Hitparade“. Diese Platten habe ich dann relativ schnell wieder verkauft.

1974 ging es dann erstmal weiter mit zwei ABBA Singles. Richtig gefetzt hat die Single „The Free Electric Band“ von Albert Hammond. Und dann bekam ich die erste Procol Harum geschenkt. So ganz langsam hat sich so etwas wie Musikgeschmack herausgebildet.

Die Prägung

K-Tel: Dynamite (1975)
K-Tel: Dynamite (1975)

1975 begann mit zwei K-Tel Platten: „Dynamite“ und „Power Hits“ (neben K-Tel gab es noch eine zweite Reihe, die regelmäßig Sampler herausbrachte – wie hieß denn diese Reihe?). Auf der „Dynamite“ waren z.B. Carl Douglas „Kung Fu Fighting“, Paper Lace „The Night Chicago Died“, George McCrae „Rock Your Baby“ und Deep Purple „Smoke On The Water“. Auf der „Power Hits“ waren Bachman-Turner Overdrive „You Aint Seen Nothing Yet“, Suzi Quatro „Too Big“, The Rubettes „Juke Box Jive“, Nazareth „Love Hurts“, Hot Chocolate „Emma“ und The Rubettes „Tonight“. Im Nachhinein gesehen war die Zusammenstellung gar nicht schlecht. Die beiden Platten habe ich aber leider auch verkauft. Die wären heute noch eine schöne Erinnerung. Zu Weihnachten hatte ich noch den Sampler „Pop Giants Vol. 7“ von Eric Clapton geschenkt bekommen. Mit „Layla“ und „Key To The Highway“ wurde mein Musikgeschmack nachhaltig geprägt.

Eric Clapton: Layla – Madison Square Garden  1999 (24 Jahre später)

Plattenläden

GOVI Logo
GOVI Logo

Spätestens 1977 gehörte es zur Routine, mehr oder weniger regelmäßig die Plattenläden der Umgebung (Nürnberg, Fürth) abzuklappern. Der erste Laden war GOVI, eng, schmal und gut sortiert (wobei damals einfach weniger Musik auf dem Markt war). Von GOVI gab es auch monatlich ein Heftchen mit einer aktuellen Liste und einer Platte des Monats. Dann wurde das Angebot erweitert durch „Francoise Records“ und „Phonac“. Ebenso eng wie GOVI – ein schmaler Schlauch, links und rechts Platten und am Ausgang die Kasse. Diese Länden verschwanden wieder und es begann ab 1982 der Aufstieg von „WOM“ (World Of Music). Leider folgte auch hier der Abstieg durch diverse Übernhamen (erst Hertie, dann Karstadt). Seit 2009 gehört WOM der jpc-schallplatten Versandhandelsgesellschaft mbH und fristet ein (vermutlich) amseliges Online-Dasein. Für kurze Zeit gab es in Fürth und Nürnberg noch das „Wunderland“.

Zum Glück gibt es in Nürnberg einen wirklich sehr gut sortierten Plattenladen im Müller Markt. Allerdings wird da der Platz für CDs immer knapper, während die Reihen an DVDs und Blu-Rays immer mehr werden. Bis 2011 gab es auch noch eine großzügige, quadratische Theke, wo man sich CDs anhören konnte. Ein wunderbarer Service. Seit 2012 ist das Angebot auf wenige Plätze reduziert, die auch noch so eng eingerichtet sind, dass man sich schräg hinstellen muss. Es gab auch einmal einen relativ gut sortierte Filiale in Fürth. Aber außer „Greatest Hits“ gibt es da kaum noch etwas.

Eine Alternative sind noch die großen Elektronikmärkte wie MediaMarkt und SATURN. Zum Reinhören gibt es Apparate, die jeweils 30 sec. eines Tracks offerieren – manchmal in grauenhafter Qualität. Und auch hier wird das Platzangebot für CDs immer geringer. DVDs und Blu-Rays brauchen eben auch Platz.

Vielleicht zeigt diese Geschichte den Niedergang des Festkörpers. Aber die Nachfrage regelt den Markt. Seit LPs wieder „in“ sind, werden sie auch wieder überall angeboten.

Ein Gedanke zu „Musik“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Follow

Get every new post delivered to your Inbox

Join other followers: