Led Zeppelin: Celebration Day (2012): Intro

Led Zeppelin – Celebration Day

Led Zeppelin: Celebration Day (2012)
Led Zeppelin: Celebration Day (2012)

Der spektakuläre Auftritt in der Londoner O2-Arena wurde jetzt – fünf Jahre später – in den unterschiedlichsten Formaten veröffentlicht. Ein geniales Konzert, ein kongeniales Miteinander, phantastisch aufgenommen, satter Sound, beeindruckende Videoqualität – ein Celebration Day.

Ende 2006 war Ahmet Ertegrün, der Gründer des Plattenlabels Atlantic Records, gestorben. Ihm zu Ehren sollte ein Konzert mit mehreren Künstlern stattfinden. Led Zeppelin hätte ein halbe Stunde spielen sollen. Doch aus den ursprünglichen Plänen wurde schließlich ein abendfüllendes Konzert.

Nach John Bonhams Tod 1980 trennten sich Led Zeppelin noch im gleichen Jahr. Danach spielten sie nur noch bei zwei Gelegenheiten. 1985 traten Led Zeppelin beim Live-Aid-Konzert in Philadelphia auf. Am Schlagzeug saßen damals Tony Thompson (u.a. Chic und Power Station) und Phil Collins. 1988 trat die Band nochmals anlässlich des 40. Geburtstags von Atlantic Records auf, mit Jason Bonham am Schlagzeug, dem Sohn von John „Bonzo“ Bonham. Beide Auftritte blieben jedoch weit hinter den Erwartungen der Fans und der Musiker zurück.

Led Zeppelin: Celebration Day: O2 Arena London, 2007-12-10
Led Zeppelin: Celebration Day: O2 Arena London, 2007-12-10

Das neue Konzert in der O2-Arena sollte die misslungen Auftritte vergessen machen. Robert Plant, Jimmy Page, John Paul Jones und Jason Bonham begannen bereits sechs Monate vorher mit den Proben. Sechs Monate für einen Auftritt! Aber man hört es tatsächlich und ist erstaunt, welche Ergebnisse intensives Arbeiten selbst bei solchen Ausnahmekünstlern zeitigen. Man vergleiche die Probeaufnahmen in den Shepperton Studios, die der Deluxe Edition als DVD beigepackt sind, mit mit dem finalen Konzert. Es fehlen bisweilen die flüssigen Übergänge, es hakt, es zwickt und rumpelt dieweilen gewaltig.

Led Zeppelin: Celebration Day: O2 Arena London, 2007-12-10
Led Zeppelin: Celebration Day: O2 Arena London, 2007-12-10

Am 10. Dezember 2007 aber stimmen Energie und Chemie.

„Really, this was so good. everyone was on top of their game. It was magical. […] Smiles are all around me.“ (Jason Bonham: Booklet Celebration Day)

Das Konzert in der O2-Arena ist schnörkellos inszeniert. Trotz bombastischer Licht- und Videoshow steht die Musik jederzeit im Vordergrund. Die Band gruppiert sich trotz riesiger O2-Arena im kleinen Radius um den Schlagzeuger. Und man sieht den Gesichtern an, dass die Herren an diesem Abend gerne miteinander musizieren. Die Kamera ist immer nahe am Geschehen, so dass man auch die Schmankerl des Abends genauestens betrachten kann. Bei „Dazed and Confused“ setzt Jimmy Page seinen berühmten Cello-Bogen ein und bei „Whole Lotta Love“ spielt er das Theremin.

Led Zeppelin: Celebration Day: O2 Arena London, 2007-12-10: Jimmy Page mit Cello Bogen
Led Zeppelin: Celebration Day: O2 Arena London, 2007-12-10: Jimmy Page mit Cello Bogen

Die Setlist dieses Abends ist perfekt. Alle Alben, mit Ausnahme der letzten beiden, sind vertreten. Aus meiner Sicht hervorzuheben wären da „In My Time Of Dying“ (Physical Graffiti), „Trampled Under Foot“ (Physical Graffiti), „Nobody’s Fault But Mine“ (Presence) und – ganz sensationell „Kashmir“ (Physical Graffiti). Einfach nur klasse. Eine vor 30 Jahren aufgelöste Band spielt Material, das zwischen 30 und 45 Jahre auf dem Buckel hat, auf einem Konzert, das vor fünf Jahren stattgefunden hat. Und landet damit in den Charts auf Platz 1!

2007 hätten 20 Millionen Karten verkauft werden können. In die O2-Arena passten aber nur 16.000. Mit anderen Worten: Hätte man alle Anfragen erfüllt, wäre die O2-Arena an 1250 Abenden hintereinander ausverkauft gewesen. Die logische Frage also, warum es nicht weitere Led Zeppelin-Konzerte gegeben hat?

Angeblich gab es auch eine stille Übereinkunft, dass das lange Proben nicht nur für ein Konzert sein sollte. Doch Robert Plant hatte Anfang 2007 das Album „Raising Sand“ mit der Country-Sängerin Alison Krauss aufgenommen, das zwei Monate vor dem Konzert erschien. Die Platte wurde ein Riesenerfolg und Robert Plant zog eine Welttournee mit Alison Krauss vor.

Die Enttäuschung bei Jimmy Page war wohl riesengroß. Er hätte gerne noch weitere Konzerte gespielt. Er – der große Gitarrist – war ohne Led Zeppelin nie erfolgreich. Robert Plant ist solo am erfolgreichsten, nach der Zusammenarbeit mit Alison Krauss spielt er jetzt mit der Band of Joy. John Paul Jones spielte 2009 bei Them Crooked Vultures zusammen mit Dave Grohl (Nirvana, Foo Fighters) und Josh Homme (Kyuss, Queens Of The Stone Age) und seit 2010 bei der norwegischen Improvisationsband Supersilent. Last but not least: Jason Bonham trommelt derzeit bei Black Country Communion. Und irgendwann sind die Herren Plant und Page für einen neuen Anlauf zu alt. Das ist ja auch keine Musik, die man mit 80 noch spielen kann.

Led Zeppelin: Celebration Day: O2 Arena London, 2007-12-10
Led Zeppelin: Celebration Day: O2 Arena London, 2007-12-10

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