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Jake Bugg – Das Debüt eines 18-Jährigen

Bugg, Jake: Jake Bugg (2012)
Bugg, Jake: Jake Bugg (2012)

Mit seinem selbstbetitelten Debutalbum schaffte es Jake Bugg im Oktober letzten Jahres auf den ersten Platz der UK Album Charts. Nach 14 Wochen ist er immer noch auf Platz 3 – noch vor Rihanna, Pink oder Robbie Wiliams.

Jetzt erschien die Platte auch in Deutschland. Und ausnahmslos alle sind voll des Lobes. Jake Bugg – das Wunderkind.

 

 

Rolling Stone: Herrliche Songs zwischen Folk und Pop. (1)
Music Express: Wo hat er das alles her, was er so spielt und singt? (2)
spex: Pop verlangt einzig und allein nach Typen, und Jake Bugg ist ein Typ. (3)
Deutschlandfunk: Da gibt es eine Energie, die vielen anderen Musikern fehlt. (4)
Die Welt: Eine alte Seele in einem jungen Körper. (5)
Die Zeit: Es ist der Blues, der hier Teenagergestalt angenommen hat. (6)

Bei dieser Uberschwänglichkeit kann man ja schon skeptisch werden, erst recht, wenn man an die Referenzen denkt, die gleichzeitig und überall genannt werden: der frühe Bob Dylan, der frühe Donovan, die Everly Brothers, Simon & Garfunkel, oder gar die Beatles oder Oasis (habe ich da jetzt jemanden vergessen?). Und solch eine Skepsis führte früher bei mir quasi automatisch zu einer Verweigerung. Lieber nicht zur Kenntnis nehmen als von einem Hype vereinnahmt werden.

Aber die Platte ist wirklich gut, auch wenn einen fast jedes Stück an irgendjemanden oder irgendetwas erinnert. Ich könnte die obige Liste sogar noch um die Fleet Foxes erweitern. Broken ist klanglich produziert wie deren erstes Album.

Aber auch wenn man sich bei jedem Stück erinnert fühlt, schadet das der Platte nicht. Bugg orientiert sich zwar an der Vergangenheit. aber es wirkt niemals peinlich, seine Songs sind sein eigenes Ding. Er ist der Herr des Geschehens, der Gestus, die Musik ist authentisch. 14 kurze Songs und kein einziger ist Schrott.

Und hier das phänomenale Ballad of Mr Jones, live im Bowery Ballroom in New York vom 14. Januar 2013.

Dem Independent hat Bugg letztes Jahr, zwei Tage vor der Veröffentlichung seines Albums, die Besetzung seiner „Fantasy Band“ zu Protokoll gegeben: Ringo Starr (Schlagzeug), Paul McCartney (Bass), Ray Charles (Klavier), Johnny Cash (Rhythmus-Gitarre), Robert Johnson (Steel-Gitarre), Jimmy Hendrix (Leadgitarre) und Elvis (Gesang). (7) Wie wurde denn der junge Mann sozialisiert? Fünf Tote und zwei Männer im Rentenalter in der Buggschen All-Star-Band. Und ob das je musikalisch funktioniert hätte?

Hier noch ein paar Hörbeispiele in der Reihenfolge des Albums:

 

 

 

 

Bleibt zu hoffen, dass das Indie Kid die Fäden in der Hand behält. Dann darf man auf die nächsten Veröffentlichungen gespannt sein.

Quellen:

(1) Rolling Stone: Ausgabe 219, Januar 2013, S.80
(2) Music Express: Heft 686, Februar 2013, S.26-27
(3) spex: Heft 342, Januar/Februar 2013, S.22-24
(4) Deutschlandfunk: 2012-12-15, http://www.dradio.de/dlf/sendungen/corso/1951214/
(5) Die Welt: 2012-12-03, http://www.welt.de/111764232
(6) Die Zeit: 2012-12-19, http://www.zeit.de/2012/52/Blues-Jake-Bugg
(7) The Independent: 2012-10-13, http://www.independent.co.uk/arts-entertainment/music/features/my-fantasy-band-jake-bugg-8207517.html

 

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