Alexiou, Haris (2012)

Haris Alexiou – I Tripla (Χάρις Αλεξίου – Η Τρίπλα)

Alexiou, Charis: I Tripla (Η Τρίπλα) (2012)
Alexiou, Charis: I Tripla (Η Τρίπλα) (2012)

Urlaub auf Rhodos, Ausflug nach Rhodos-Stadt. In der Altstadt ein erstaunlich gut sortierter CD-Laden. Ich frage nach Haris Alexiou und der Verkäufer zeigt mir eine größere Auswahl. Ein paar der CDs kenne ich und der Einfachkeit halber frage ich nach der Neuesten. Der Verkäufer scheint ein wenig überrascht und vielleicht auch ein wenig erfreut, einmal nicht nach Sirtaki und Sorbas gefragt zu werden? Vielleicht habe ich mir das auch nur eingebildet? Eine leichte Überheblichkeit? Ich kaufe I Tripla ungehört und bin durchaus zufrieden mit der kleinen Trophäe im Rucksack.

Am nächsten Tag wird die CD voller Spannung und Erwartung in den CD-Player geschoben. Wir fahren auf der Küstenstraße Richtung Prasonisi. Links das Meer, der Wind bläst durch die offenen Fenster, Urlaub, alles wunderbar. Doch oh weh! Es beginnt mit griechischen Folkloreklängen (genau das wollte ich nicht), einer männlichen Stimme (das wollte ich auch nicht) und dann auch noch „The show must go on“. Das gleicht einem Tiefschlag. Mit Abstand das schlechteste, was ich je von Haris Alexiou gehört habe!

Alexiou, Charis: (2012)
Alexiou, Charis: (2012)

Ok, das zweite Stück Η Πρώτη Αγάπη (die erste Liebe) ist schon besser. Leichtes Aus- und Aufatmen. Und dann kommt das dritte Stück: Εν Τούτοις (Jedoch). Wow!!! Es setzt an mit einem ganz ungewöhnlichen Rhythmus, dazu leichte arabische Anklänge. Nach und nach steigert sich die Musik in eine Intensität, die mich richtig wegzieht. Gleich noch einmal von vorne und mir ist klar, dass sich der Kauf dieser CD schon alleine wegen dieser dreieinhalb Minuten gelohnt hat.

Haris Alexiou – En Toutis (Χάρις Αλεξίου – Εν Τούτοις)

Το Δεδομένο, das vierte Stück, ist nicht schlecht, passt so. Aber dann gleich noch ein emotionaler Brecher. Του Έρωτα και του Θανάτου (Von Liebe und Tod). Die griechische Seele mit all ihrer Leidenschaft wird hier musikalisch offen gelegt. Ein Auf und Ab, ein Laut und Leise, langsam und schnell. Auch dieses Stück muss gleich wiederholt werden. Und auch hier ist klar, dass dieses Lied für immer in meinem  Gedächtnis bleiben wird.

Haris Alexiou – Tou Erota Ke Tou Thanatou (Χάρις Αλεξίου – Έρωτα και του Θανάτου)

Der Rest der CD ist wirklich gut, z.B. Τουμπεκιστάν. Griechische Pop-Musik abseits der obligatorischen Beschallung in griechischen Gaststätten, egal ob außerhalb oder innerhalb Griechenlands. Aber gegen diese beiden Stücke kommt nichts mehr an, kann nichts mehr ankommen.

Haris Alexiou ist jetzt knapp 63 Jahre alt, eine der bekanntesten griechischen Sängerinnen und hat mittlerweile vielleicht schon 40 Platten veröffentlicht. Außergewöhnlich ist sicherlich die Aufzeichnung des Konzerts, das sie 2007 zusammen mit Sokrates Malamas und Alkinoos Ioannidis im Freilichttheater auf dem Lykabettus (dem Stadtberg Athens) gab. Da wäre ich schon gerne dabei gewesen.

Alexiou, Charis: Alexiou - Malamas - Ioannidis: Lykabettus Live (2007)
Alexiou, Charis: Alexiou – Malamas – Ioannidis: Lykabettus Live (2007)

Weblinks Haris Alexiou:

 

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