Ginger Baker's Jazz Confusion: Live in der Kofferfabrik Fürth am 2014-02-09

Ginger Baker’s Jazz Confusion – Live in der Kofferfabrik

Ginger Baker in der Kofferfabrik Fürth am 2014-02-09
Ginger Baker in der Kofferfabrik Fürth am 2014-02-09

Ginger Baker, der legendäre Schlagzeuger (Alexis Korner’s Blues Incorporated, Graham Bond Organisation, Cream, Blind Faith, Ginger Baker’s Air Force, Baker Gurvitz Army, Fela Kuti, Hawkwind, Masters of Reality, The Ginger Baker Trio, Ginger Baker and the Denver Jazz Quartet) inzwischen 73 Jahre alt, gab zwei Konzerte mit der Formation Ginger Baker’s Jazz Confusion in der Kofferfabrik in Fürth. Beide Abende (08. und 09. Februar 2014) waren ausverkauft und eng war es nicht nur für die Zuschauer. Die Bühne bot kaum genug Platz für die Schlagwerke. War das nun eine Zumutung für die Musiker, die früher sicherlich Besseres gewohnt waren? Oder wie lässen sich die griesgrmämigen Gesichter von Ginger Baker und Pee Wee Ellis sonst erklären?

Ein Blick auf die paar wenigen YouTube-Videos zeigt schnell, dass sie auch bei anderen Auftritten keine bessere Laune austrahlten. Es lag also nicht an Fürth, das in der Reihe der Spielorte Amsterdam, New York, Seattle, Phoenix, Chicago, London und München – um nur einige zu nennen – reichlich skurril anmutet. Es lag wohl doch eher an der schlechten gesundheitlichen Verfassung insbesondere von Ginger Baker, die den Auftritt eher zur Qual werden ließ. Abass Dodoo, der Percussionist aus Ghana, wurde von Ginger Baker als dessen Leibwächer vorgestellt. Tatsächlich kümmerte der sich schon fast liebevoll, wenn er ihn auf die Bühne führte oder stützend die Treppe zum Backstagebereich hinab begleitete. Die Tournee ist wohl eher auf die finaziellen Probleme Ginger Baker’s zurückzuführen. Er muss spielen, um über die Runden zu kommen. Trotz des Alters, trotz Arthritis.

Fotos: Werner Gensmantel

Faszinierend war letztlich das handwerkliche Können der Musiker. Gleich der Auftakt zeigt das Können von Ginger Baker. Während er sich noch hinter seinem Schlagzeug einrichtet, beginnt bereits das erste Stück „Footprints“. Er spielt die ersten Takte einhändig und zaubert bereits da komplexe, poly-rhythmische Strukturen, die andere Schlagzeuger auch mit zwei Händen nicht beherrschen.

Begleitet wird Ginger Baker von Pee Wee Ellis am Tenosaxophon, Alec Dankworth am Bass und Abass Dodoo an den Percussions. Pee Wee Ellis, zwei Jahre jünger als Ginger Baker, spielte in der Band von James Brown, bei Blood, Sweat & Tears und Van Morrison. Wie Ginger Baker ist er ein alter Haudegen und spult das Set an seinem Barhocker lehnend auch eher teilnahmslos herunter. Alec Dankworth, der Jüngste in der Band, konzentrierte sich auf seine Einsätze, spielte die ihm zugedachten Soli souverän und schien ansonsten eher als Betrachter des Geschehens. Voll bei der Sache und mit riesigem Einsatz und Spielfreude hingegen wirbelte Abass Dodoo, meist mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Vier geniale Musiker, handwerkliche Perfektion. Und dennoch wollte sich keines der Stücke über den unmittelbaren Moment hinaus nachhaltig einprägen. Der Aufbau der Stücke ähnelte sich einfach zu sehr und bot keine Überraschungen. Oft gab Pee Wee Ellis mit seinemSaxophon das Thema vor, dann folgte ein Bass-Solo von Alec Dankworth und den Abschluss bildete ein Schlagzeug-Battle von Abass Dodoo und Ginger Baker. Die Schlagzeug-Einlagen wurden im Laufe der Konzerts schneller und länger und nach dem letzten Feuerwerk waren die Kräfte Bakers am Ende. Eine zweite Zugabe hätte es nicht geben können.

Ginger Baker’s Jazz Confusion auf dem Nišvillle Jazz Festival am 16.08.2013

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