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Eels – Wonderful, Glorious

Eels: Wonderful, Glorious (2013)
Eels: Wonderful, Glorious (2013)

Das neue Album von Mark Oliver Everett ist ein richtiges Bandalbum geworden. Die Mitmusiker konnten eigene Ideen einbringen, waren diesmal am Songwriting beteiligt. Früher war Eels eher ein Soloprojekt mit Begleitmusikern. Und so wurde Wonderful, Glorious vielleicht zum freundlichsten, optimistischten Album, das er je aufgenommen. Die neuen Songs zeugen von Ideenreichtum und Spielfreude. Das zehnte Studioalbum entstand in seinem neuen, eigenen Studio „The Compound“ in  Los Feliz, Los Angeles.

Everett scheint die tragischen Schicksale, die ihn die letzten Jahre trafen, zumindest ein bisschen überwunden zu haben. 1982 starb sein Vater an einem Herzinfarkt – da war er 19 Jahre alt. 1996 beging seine an Schizophrenie leidende Schwester Suizid. Kurz darauf wurde bei seiner Mutter Krebs festgestellt. Sie starb 1998. Everett wurde ein misanthropischer Einzelgänger. Seine 2010 erschienene Autobiographie Things The Grandchildren Should Know (deutsch: Glückstage in der Hölle: Wie die Musik mein Leben rettete (2013)) endet mit der Beschreibung, wie unangenehm es ihm ist, wenn er beim Arzt ein Anmeldeformular ausfüllen muss, weil er nicht weiß, was er eintragen soll, wer im Notfall zu kontaktieren ist.

„I’ve been quiet as a church house mouse
tip toeing everywhere I go
I’ve had enough of being complacent
I’ve had enough of being a mouse
I’ll no longer keep my mouth shut
bombs away gonna shake the house
bombs away I will be heard“

So beginnt der Opener „Bombs Away“. Die Kirchenmaus war einmal, jetzt wird der Mund aufgemacht. Und heraus kommt ein fetziger Indie-Rock-Song. Die kratzig verzerrte Stimme erinnert ein wenig an Tom Waits. Weiter geht es mit dem groovigen „Kinda Fuzzy“. Das vierte Stück „Peach Blossom“ beherrscht zunächst eine verzerrte Gitarre und ein hallendes Schlagzeug und klingt ganz mächtig nach White Stripes. Nachfolgend das offizielle Video „Peach Blossom“:

Mit „New Alphabet“, dem siebten Track auf dem Album, begann die Rezension auf dradio, die ich kurz nach der Veröffentlichug hörte. Wenn die Welt keinen Sinn mehr ergibt dann suche nach einem eigenen Sinn. Everetts Strategie der Lebensbewältigung?

„When the words just sounds like noise
I need a new alphabet
When the world stops making sense
I make a new alphabet“

 

Das Album umfasst 13 Stücke, mal laut, mal leise, rumpelnd, getragen, melodiös, fetzig, wummernd: alle Stücke sehr, sehr hörenswert.

Empfehlenswerte Deluxe-Asgabe

Die Bonus-CD beginnt mit einer famosen Anmoderation einer weiblich, naiven Stimme:

„Hello. Well, that was the brand new Eels album. What did you think? I loved it. My stars, that was good. … You get more. That’s right. There’s more Eels ahead. Just lay back, put your feed up and listen to these exclusive bonus Eels tracks right now. And here they are. Laydies and gentlemen, the brand new Eels bonus tracks. Hold on to your hat.“

Mark Oliver Everett: Performing "Peach Blossom" (2012-12)
Mark Oliver Everett: Performing „Peach Blossom“ (2012-12)

Es folgen 12 tolle Tracks, darunter auch ein paar Live-Aufnahmen. Die Bonus-CD hat für sich genommen den Status einer vollwertigen CD. Für nur 2 Euro mehr unbedingt zu empfehlen. „Your Mama Warned You“, „Happy Hour (We’re Gonna Rock)“, „That’s Not Really Funny“, „Prizefighter“ – alles tolle Songs. Den Abschluss bildet eine Cover-Version des Hits „Summer In The City“ (1966) von The Lovin‘ Spoonful.

Weblinks:

 

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