Ebo Taylor: Bardentreffen 2014 - Header

Ebo Taylor – Live beim Bardentreffen in Nürnberg 2014

Ich wollte eigentlich nur einen neugierigen Blick auf den 78-jährigen Ghanaer Ebo Taylor werfen. Und dann kommt da eine 8-köpfige Band und spielt einen klassisch funkigen Afrobeat, wie man ihn noch von Fela Kuti kennt. Das ist dann letztlich auch kein Wunder, denn Ebo Taylor und Fela Kuti waren Anfang der 1960er Jahre gemeinsam in London und prägten dann später nachhaltig die Musik in ihrer jeweiligen Heimat: Fela Kuti in Nigeria und Ebo Taylor in Ghana.

In den 1960er und 1970er feierte er mit dem von ihm weiterentwickelten „Highlife“, den er mit Jazz, Soul und Funk anreicherte, große Erfolge. Ab Mitte der 1980er wurde es dann ruhiger, bis er von der Hip Hop-Szene wiederentdeckt wurde. Die Afrobeat Academy, Begleitband des nigerianisch-deutschen Rappers Ade Bantu, coverte einige seiner Songs und lud ihn zu Aufnahmen nach Berlin ein.

2010 entstand so Taylors erstes international veröffentlichtes Album Love and Death, das ihn sogleich zum weltweit gefragten Festivalgast machte. Mit Appia Kwa Bridge hat Taylor 2012 ein weiteres Album vorgelegt.

Taylor, Ebo: Love And Death (2010)
Taylor, Ebo: Love And Death (2010)
Taylor, Ebo: Appia Kwa Bridge (2012)
Taylor, Ebo: Appia Kwa Bridge (2012)

Ebo Taylor ist mit seinen 78 Jahren nicht mehr der Jüngste und machte dann auch mal das eine oder andere kleinere Päuschen. Ich mag mich täuschen, aber ich hatte schon den Eindruck, dass die Band dann erst so richtig loslegen konnte. Faszinierend war Henry Taylor, der dann seine Keyboards verlassen konnte und als Publikumsanheizer wirklich ganz groß auftanzte. Eine Augen- und Ohrenweide war zudem Eric Sunday Owusa an den Percussions. Er stellt die „Einhorn-Frisuren“ der Leningrad Cowboys mit seiner doppelendigen Rasta-Variante locker in den Schatten.

Die beiden Alben Love and Death und Appia Kwa Bridge bleiben leider doch ein ganzes Stück hinter der Live Performance zurück. Alben aufnehmen konnte dann Fela Kuti doch ein wenig besser.

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