Chimes of Freedom – Songs of Bob Dylan – 50 Jahre Amnesty International

Chimes of Freedom: The Songs of Bob Dylan: Honouring 50 Years of AI (2012)
Chimes of Freedom: The Songs of Bob Dylan: Honouring 50 Years of AI (2012)

Amnesty International hat anläßlich seines 50. Geburtstags eine 4-CD-Box veröffentlicht mit 73 Bob Dylan Songs von ebensovielen Interpreten, Bands bzw. Kooperationen. Der komplette Titel der CD-Box lautet Chimes of Freedom: „Songs of Bob Dylan Honoring 50 Years of Amnesty International“. Alle Künstler arbeiteten ohne Gage. Alle Gewinne aus dem Verkauf der CDs kommen der Arbeit von Amnesty International zugute. Diese Box ist der Nachfolger von „Instant Karma“ aus dem Jahr 2007. Bob Dylan wurde wohl deshalb ausgewählt, weil vor 50 Jahren sein Debütalbum erschien. „Chimes of Freedom is dedicated to people worldwide who are unjustly imprisoned or threatened for the peaceful expression of their beliefs“ steht auf der Website von Bob Dylan. Bob Dylan selbst ist mit der ursprünglichen Version von Chimes Of Freedom vertreten. Der Song erschien 1964 auf seinem vierten Album „Another Side of Bob Dylan“. Kurioserweise wandte sich Dylan mit dieser Platte von seiner Rolle als Protestsänger ab.

Alle Stücke von „Chimes of Freedom“ sind relativ neu aufgenommen. Das Projekt begann 2010 und Bob Dylan hat dafür 400 Stücke freigegeben. Mit dabei sind z.B. Patti Smith, Pete Townshend, Ziggy Marley, Sting, Mark Knopfler, Queens of the Stone Age, Lenny Kravitz, Elvis Castello, Joan Baez, Adele, Bryan Ferry, Nils Lofgren & Paul Rodgers, Bad Religion, Sinéad O’Connor, Jeff Beck & Seal (seltsame Zusammenarbeit), Taj Mahal & The Phamtom Blues Band, Kris Kristofferson, Eric Burdon, Marianne Faithfull und Pete Seeger (inwischen 90 und wählt sich Forever Young!). Dazu kommen noch eine Menge mir nicht bekannter Küsntler.

Bei der Heterogenität der Musiker wundert mich es aber, wie oft man sich doch sehr nahe an das Dylan-Original hält. Beispielsweise Patti Smith mit Drifters Escape, Lenny Kravitz mit Rainy Day Woman, Jack’s Mannequin mit Mr. Tambourine Man, RedOne mit Knockin‘ on Heaven’s Door oder Maroon 5 mit I Shall Be Released (wenn schon nicht Bob Dylan dann könnte das von The Band sein – haben die sich die Orgel von Richard Manuel ausgeliehen?) Das ist mehr nachgespielt als interpretiert. Meistens aber trotzdem ziemlich gut gemacht. Selbst die Queens of the Stone Age sind mit Outlaw Blues nicht zu erkennen. Natürlich härter als Bob Dylan, aber das war es auch schon.

Hervorragend finde ich Mariachi El Bronx mit Sick of Love. Mexikanischer Mariachi mit irren Bläser- und Streichereinsätzen. Sie machen ihrem Namen alle Ehre. Sick of Love war bislang eines meiner Lieblingssongs von Bob Dylan. Ich dachte nicht, dass man das anders, vielleicht auch besser spielen kann. Einfach nur „WOW“! Dazu gibt es leider kein Video, aber die Tonspur auf YouTube.

Mariachi El Bronx: Sick of Love (2012)

Bad Religion bleiben mit It’s All Over Now, Baby Blue auch weiter Bad Religion. Sie ändern zwar auch die Grundmelodie nicht. Aber sie spielen ihren Stil einfach kompromisslos.

Und mein absoluter Favorit ist Eric Burdon mit Gotta Serve Somebody. Eric Burdon wird demnächst 71. Und was er da zaubert ist phänomenal. Ich habe seit früher Jugend einen Sampler von Eric Burdon „The Story Of Eric Burdon“. Erschienen 1971 – also noch etwas früh für eine „Story of“. Aber einer der Hihglights ist River Deep – Mountain High –  eine Cover-Version von Ike & Tina Turner und gleichzeitig eine Hommage an Tina Turner. Und so gut er damals war, so gut ist er auch heute noch. Eric Burdon spielt mit einer jungen Band eine irre Version von Gotta Serve Somebody.

Hierzu gibt es auch ein Video, live aufgenommen im Joshua Tree National Park. Der Song, die Musiker, die Videoqualität, die Tonqualität: alles ist hervorragend. Ansehen, anhören!!! (Apropos: Das Video wird präsentiert von Google Music – dem iTunes-Killer?)

Eric Burdon: Gotta Serve Somebody – Joshua Tree National Park (2012)

Mein Fazit: 311 Minuten Bob Dylan Songs am Stück sind ein bisschen viel und kaum einer wird sich das am Stück, geschweige denn mehrmals hintereinander anhören. Die Interpreationen könnten besser sein, aber die Mischung machts. Und es ist für einen guten Zweck. Und jeder wird seine Highlights finden!

Tipp: Wer wissen möchte, welcher Bob Dylan Song von welchem Album ist, der findet das leicht unter www.bobdylan.com/songs. Zusätzlich gibt’s die Texte und auch die Möglichkeit, sich alle Stücke aller Alben in Ausschnitten anzuhören – vor dem Hintergrund einer sich drehenden Schallplatte Enjoy Your Selection. Nett gemacht.

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