Black Country Communion: Live Over Europe (2012)

Black Country Communion – Live Over Europe

Black Country Communion: Live Over Europe (2012)
Black Country Communion: Live Over Europe (2012)

Endlich geschafft – die Tournee, die DVD/Blu-Ray, die Doppel-Live-CD. Glenn Hughes dürfte aufatmen, denn endlich ging sein Wunsch in Erfüllung. Mit CDs ist ja nicht mehr viel Geld zu verdienen, und darum wollte Hughs von Beginn an auf Tournee gehen. Aber der enge Zeitplan von Joe Bonamassa, der – ähnlich Jack White – sich in einer Fülle von Projekten verliert und einen gigantischen Output hat, ließ das nicht zu. Für 2 schrieb Hughes den Großteil der Stücke, sie wurden eingespielt, aber wenn jetzt keine Tournee folgen würde, müsste er sich wohl anderweitig orientieren. Die „Supergroup“ am Scheideweg.

Die „Supergroup“ besteht aus Glenn Hughes (Bass, Gesang), Joe Bonamassa (Gitarre, Gesang), Jason Bonham (Schlagzeug) und Derek Sherinian (Keyboards). Hughs war von 1973 bis 1976 bei Deep Purple. Aus dieser Zeit stammen die Alben Burn, Stormbringer und Come Taste the Band. 1986 war Hughes bei Black Sabbath mit dem Album Seventh Star. Jason Bonham ist der Sohn von John „Bonzo“ Bonham, dem legendären Schlagzeuger von Led Zeppelin. Er war unter anderem bei Foreigner und UFO und saß am Schlagzeug beim Reunion-Konzert von Led Zeppelin 2007 in der O2 Arena in London. An den Keyboards schließlich Derek Sherinian. Stationen waren Dream Theatre, Alice Cooper, Billy Idol und Studiomusiker von Kiss.

Gerade in jüngster Zeit scheint das Konzept „Supergroup“ wieder eine Renaissance zu feiern. Seien es The Dead Weather mit Mitgliedern aus White Stripes, Racanteurs und den Queens of the Stone Age oder Them Crooked Vultures mit Musikern von Queens of the Stone Age bzw. Kyuss, Led Zeppelin, Nirvana bzw. Foo Fighters. Allen gemeinsam ist der Umstand, dass man sich selten sieht. Man beschwört Einigkeit, musikalische Einmaliglkeit, kommuniziert aber nur, wenn man gerade Zeit hat, denn man hat ja mit den anderen Projekten auch viel zu tun. Und das merkt man der Musik auch an. Alles ungemein perfekt, selbst bei Improvisationen. Sie sind ja auch alle wirklich erstklassike Musiker. Aber dennoch fehlt irgendwie die Seele. „A band of brothers“, „a communion of souls“ – das verspricht der DVD-Trailer. Die Realität?

Bei Black Country Communion darf man gespannt sein, wie lange noch gemeinsam musiziert wird. Zu unterschiedlich sind meines Erachtens die Interessen. Glenn Hughes möchte mit seinen 60 Jahren endlich den großen Durchbruch schaffen, Jason Bonham steht nach wie vor im Schatten seines Vaters und Joe Bonamassa weiß wohl noch immer nicht, wohin mit seinem Talent. Er ist sicherlich einer der besten Blues- und Rock-Gitarristen heutzutage, aber wohin führt sein Weg?

Live Over Europe ist ein klasse Album – wenn man auf Classic Rock steht – aufgenommen in München, Hamburg und Berlin. Und BCC vermitteln einen harmonischeren Eindruck als insbesondere Them Crooked Vultures. Vergleiche mit Made in Japan von Deep Purple oder How the West Was Won von Led Zeppelin sind angebracht. Aber auch Hinweise auf teilweise doch sehr frappierende Ähnlichkeiten mit Led Zeppelin. Bonamassa definiert sich dieweilen zu sehr über Jimmy Page (man vergleiche mal die Rückkopplungseffeke von „The Ballad of John Henry“ und „Whole Lotta Love“ oder Sequenzen von „Save Me“ mit „Kashmir“). Und wenn ihm der Sinn nach anderem steht, macht er halt mal eine Soul-/Blues-Platte mit Beth Hart. Wandlungsfähig wie ein Chamäleon. Erschienen ist die Zusammenarbeit mit Hart Ain’t No Way im September 2011, die DVD mit BBC erschien im Okktober 2011. Sein Solo Album Dust Bowl erschien im März 2011. Wo schlägt denn nun sein Herz?

Wenn Bonamassa das Interesse an BBC verliert, wird es die Band nicht mehr geben. Hughes wird nicht mehr viele Chancen haben und Bonham wird am Schlagzeug irgendeiner anderen Band sitzen.

Das beste Stück von Live Over Europe stammt von Joe Bonamassa: „The Ballad Of John Henry“. Nachfolgend das Video in HD Qualität – ein echter Hammer!

Black Country Communion: The Ballad Of John Henry (2011)

Wie perfekt die Kommerzialisierung (Marketing-Strategie) geplant ist, kann man der Eingangssequenz des DVD-Trailers entnehmen. Hardrock in Analogie zur Schwerindustrie: Eisengießer, Hochöfen, Dampflocks vs. Gitarre, Bass und Schlagzeug. Black Country, das Schwarze Land, das industrielle Ballungsgebiet bei Birmingham. Black Country Communion, die Band mit dem wuchtigen (Metall-) Hard Rock-Sound:

Black Country Communion: Black Country – DVD-Trailer (2011)

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